Benefizkonzert mit vielen Premieren

24.01.2012 09:00 von Katrin Pilz

Pressemitteilung aus der Neuburger Rundschau vom 24.01.2012, von Stefanie Knauer

Eine beeindruckende Formation - optisch wie akustisch – ist das Jugendblasorchester der Stadtkapelle Neuburg. Davon konnten sich die Zuhörer des Neujahrskonzerts im Stadttheater überzeugen (Foto: Elke Böcker)Der Sonntagabend im Stadttheater Neuburg war eine Mehrfach-Premiere: Zum ersten Mal spielte das Jugendblasorchester ein Neujahrskonzert, zum ersten Mal trat es dabei zusammen mit dem Eichstätter Chor Ei-Vox auf und das dank der Zusammenarbeit des Lions- und des Rotary-Clubs, die in diesem Rahmen - so Neuburgs Rotary- Präsident Heinz Richter - ebenfalls Premiere war. Der Andrang war enorm, das Haus schließlich so gut wie ausverkauft, unter den Zuhörern saß einige Prominenz.

Ein Dankeschön im Grußwort Franz Felbermeirs galt deshalb den Besuchern für ihr zahlreiches Erscheinen. Der Präsident des Neuburger Lions-Clubs bedankte sich auch bei Dr. Dieter Distl für die Vermittlung der Kontakte, die zu diesem Konzert führten, den zahlreichen Sponsoren und dem Hausherrn "für den Erlass der Miete", so Felbermeir. Dadurch konnte der gesamte Erlös des Abends gestiftet werden - diesmal dem Jugendblasorchester der Stadtkapelle Neuburg.

Die drei Benefizkonzerte der vergangenen Jahre mit dem Polizeiorchester Bayern hatten zugunsten der Leseförderung an Neuburger Schulen stattgefunden. Mit dem diesjährigen Erlös nun können Instrumente angeschafft und Jugendliche "aus sozial schwächeren Familien unterstützt werden", verrät die Homepage der Stadtkapelle.

Gekonnte Intonation und präzises Zusammenspiel

Die rund 65 jungen Musiker mit durchschnittlich 16 Jahren und ihr Dirigent Markus Haninger revanchierten sich nach den Worten Franz Felbermeirs stehenden Fußes mit schmissigen und volltönend getragenen Stücken, mit wunderbar sonorem Sound, sorgfältig ausgehörten Harmonien, gekonnter Intonation und präzise zusammenspielend. Mal Filmmusik - in satten Klängen schwelgend wie in "Ceremonico" von Hans van der Heide -, mal fröhlich marschierend wie "In der lustigen Dorfschmiede" von Julius Fucik, dann wieder beim Woiwoden-Ritt in der "Mazury Rhapsody" (Alfred Bösendorfer) unter wildem Querflöten-Auf und Ab rasant galoppierend und wie vor unsichtbarer Wand abrupt stoppend: Das Jugendblasorchester, das von der hauseigenen, später solistisch brillierenden Percussion-Gruppe "Two plus Two" rhythmisch und klangfarblich bis hin zu Amboss-Schlägen unterstützt wurde, zeigte in seinem abwechslungsreichen Repertoire gekonnt viele Facetten.

Darunter war auch das bombastische Blasorchesterstück "Arcadia" von Hayato Hirose, das Pflichtstück gewesen war in dem von den jungen Neuburgern hervorragend gemeisterten bayerischen Mittelstufenwettbewerb 2011. Nur sechs Wochen hatten Markus Haninger und sein Jugendorchester seit ihrem Weihnachtskonzert Zeit gehabt, sich das Benefizprogramm anzueignen. In den Ferien wurde sogar durchgeprobt, erzählte Haninger.

Die harte Arbeit hat sich gelohnt. Schon nach dem ersten Teil wollte das Publikum nicht aufhören zu klatschen. "Ich seh, die Pause kommt zu früh", bemerkte Haninger lachend. Noch einmal, als Vorab- Dreingabe quasi, sausten die Jungblasmusiker durch den Woiwoden-Galopp.

Dann kamen im zweiten Teil zunächst die Eichstätter auf die Bühne. Zusammen mit ihrem musikalischen Leiter Jörg Edelmann, der selbst einige der Arrangements geschrieben hat, sangen die 17 Choristen sich mit Verve und Freude, klanglich bestens ausgewogen, souverän und sicher von Südamerika (Un poquito cantas) bis Afrika (Malembe, ein Traditional aus Togo). Darunter gab es auch Bissiges wie etwa das Lied "A Glaserl Eigenurin" von der bayerischen Musikkabarettgruppe Couplet-AG oder Charlie Chaplins schmerzlich-schönes Stück "Smile" aus dem amerikanischen Spielfilm "Modern Times".

Riesenbeifall - absolut verdient

Ihr Beitrag erntete ebenfalls wie der zweite, darauffolgende Auftritt des Jugendblasorchesters absolut verdienten Riesenbeifall. "Überwältigend" lautete ein Resümee vom diesmaligen Neujahrskonzert, das erst nach mehreren Zugaben zu Ende ging.

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